Flugabwehrkanone (Chiss)

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Schwere Flugabwehrgeschütze der Chiss an der Außenhülle eines Schiffes

Die schweren und mittelschweren Flugabwehrgeschütze der Chiss zählten bereits während ihrer Entwicklungsphase zu einer aussterbenden Waffengattung. Sie wurden jedoch durch die blauhäutige Spezies derart meisterhaft konzipiert, dass sie heutzutage neue und beinahe unerreichbare Standards im Bereich der Verteidigungstechnik setzen. Trotz ihrer hohen Produktionskosten werden die kurz auch als Flak bezeichneten Geschütze auf unzähligen Schiffen und Stationen der Chiss eingesetzt und ermöglichen im All sowie in der Atmosphäre einen umfassenden Schutz gegen Jäger, Torpedos und Raketengeschosse.

Geschichte

Ebenso wie eine Vielzahl anderer Projektilwaffen waren Flugabwehrkanonen lange Zeit der feste Bestandteil planetarer Verteidigungssysteme. In ihrer Funktionsweise prinzipiell ähnlich aufgebaut, schossen diese Geschütze Projektile ab, die noch in der Luft explodierten und ein Feld aus Schrapnellen schufen. Besonders effektiv erwies sich diese Technik zur Verteidigung gegen leichte Jäger und Raketenbeschuss. Mit dem Aufkommen von Punktverteidigungslasern, ausgeklügelten Zielsystemen und schweren Panzerungen galt diese Technologie jedoch als veraltet und wurde insbesondere im Raumkampf zwischen kapitalen Schlachtschiffen immer seltener eingesetzt.

Flak-Batterien wurden in den tausenden Jahren seit der Gründung der Galaktischen Republik nur noch selten in professionellen Streitkräften eingesetzt und erlebten erst während der Klonkriege eine kurzzeitige Wiedergeburt. Nicht nur der Einsatz von Flugabwehrgeschützen zur Verteidigung primitiver Welten innerhalb der Atmosphäre gewann zumindest zeitweise wieder an Bedeutung. Es waren gerade die neuentwickelten Allzweck-Massentreiber Geschütze an Bord der Großkampfschiffe der Konföderation unabhängiger Systeme (KUS), welche dieser Technologie auch in der modernen Kriegskunst einen kleinen Platz schufen.

Ein Allzweck-Massentreiber Geschütz der KUS aus den Klonkriegen

Diese massiven Kanonen waren ein herausragendes Meisterwerk der Ingenieurskunst der KUS und stellen noch heute eines der wichtigsten Vorbilder bei der Konstruktion von Massentreibern dieser Größe dar. Orientiert an der einfachen Konstruktion einer schweren Flak konnte das Geschütz durch unzählige Modifikationen eine große Anzahl an Munitionsarten abfeuern. Durch standardisierte Kanister beladen, konnte die Waffe unter anderem gleichzeitig vier Raketen mit Gefechtsköpfen, zwei Protonentorpedos oder seismische Bomben abfeuern. Eine Besonderheit bildeten die zur Jägerverteidigung konstruierten Flugabwehrkanister. In dieser Form als Flak eingesetzt, stellten die Allzweck-Massentreiber eine tödliche Waffe für jeden Kampfpiloten im All dar, da die meisten Jagdmaschinen zu diesem Zeitpunkt über keine Partikelschilde mehr verfügten. Die jahrelange Entwicklung von Blastern, Energieschilden und Turbolasergeschützen hatte die Streitkräfte der Republik anfällig für derartige Waffen gemacht.

Mit der Niederlage der KUS und damit dem Aufstieg des Galaktischen Imperiums drohte diese Technologie trotz ihrer Effektivität schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Imperiale Konstrukteure griffen die Technik der Massentreiber zeitweise zwar wieder auf, aber konzentrierten sich dabei nicht auf die Entwicklung von Flugabwehrgeschützen. Waffen wie die Hyper-V Kanone und das Merr-Sonn S42 Scharfschützengewehr stellen zwar Spitzentechnologie mit hohen Leistungswerten dar, sind aufgrund ihrer komplexen Technik und ihrer immensen Produktionskosten nur Randerscheinungen des Militärsektors. Die Entwicklung der Flugabwehrgeschütze der Chiss geht jedoch auf die gleichen Wurzeln zurück, wie diese imperialen Errungenschaften.

Nach dem Ende der Klonkriege gerieten viele der Massentreibergeschütze der KUS in die Hände von Piraten und größeren Schmugglerbanden und fanden auf diese Art auf ihren Weg in die Gebiete der Chiss. Selbst ohne die umfassende Kenntnis über die Stärke dieser Waffe in den Klonkriegen erkannten die Ingenieure des Chiss-Imperiums schnell das Potenzial dieser Geschütze und zeigten sich beeindruckt. Über ein Jahrzehnt widmete sich die militärische Forschung anschließend dem Projekt eigener Massetreibergeschütze und Projektilwaffen, welches schlussendlich in die Konstruktion zweier Modelle von Flugabwehrgeschützen mündete. Beide werden circa seit dem Jahr 3 n.E. in Serie produziert und auf einigen Schiffsklassen sowie auf Raumstationen und zur Bodenverteidigung eingesetzt. Insbesondere auf den Träger- und kapitalen Schlachtschiffen der Chiss gehören die Kanonen zu einem festen Kernbestandteil der Bewaffnung, allen voran sind die Amoladora-Klasse, die Nuruodo-Klasse und die Khras'tiaark Raumstationen zu nennen.

Eigenschaften

Ein mittelschweres Flugabwehrgeschütz als planetare Verteidigungsplattform

Die schweren und mittelschweren Flugabwehrgeschütze unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise nur geringfügig voneinander, haben aber deutliche Unterschiede in ihren Eigenschaften. Während die mittelschweren Geschütze über vier kleinere Läufe und damit über eine höhere Schussgeschwindigkeit verfügen, haben die doppelläufigen schweren Flaks eine höhere Reichweite und eine stärkere Flächenwirkung. Beide Systeme verfügen ähnlich wie Punktverteidigungslaser und die meisten Vierlingsgeschütze über eine ausgeklügelte Zielvorrichtung, die jedoch nicht computergesteuert und damit anfällig für Störimpulse ist. Die außerordentliche Effektivität der Flugabwehrgeschütze ergibt sich aus der Kombination einer speziellen Munition, hoher Feuerraten und immens starker Durchschlagskraft.

Durch den Einsatz einer Explosionszündung und von Magnetbeschleunigern im Lauf erreichen die abgefeuerten Geschosse eine extrem hohe Geschwindigkeit, welche im schwerelosen Raum und ohne jeglichen Luftwiderstand vollkommen ungebremst auf die Zielobjekte übertragen wird. In die ungefähre Richtung eines Jägers oder Torpedos abgeschossen, detoniert die spezielle Sprengmunition der Flugabwehrgeschütze nach einer bestimmten Distanz in einem tödlichen Hagel aus sichelförmigen Schrapnellen. Durch die Explosion der Granaten werden die einzelnen Geschosssplitter weiter beschleunigt und zudem für eine kurze Zeit ultrahoch erhitzt. Dies hängt mit speziellen Legierungen und Materialen zusammen, welche die Chiss beim Bau dieser Waffen verwenden. Dem Feld aus tödlichen Schrapnellen können nur wenige Panzerungen standhalten, welche für Jäger verwendet werden und pulverisieren nahezu sämtliche Raketen und Torpedos in ihrer Flugbahn.

Objekte ohne Partikelschilde sind diesem Geschosshagel damit quasi schutzlos ausgeliefert, da reine Energieschilde keinerlei Verteidigungswirkung dagegen entwickeln können. Bisher ist dem Imperium und anderen Fraktionen kein effektiver Nachbau derartiger Flugabwehrgeschütze gelungen, da die Kombination aus hoher Abschussgeschwindigkeit und Schussfrequenz nie derart perfektioniert werden konnte. Trotz des komplizierten Systems einer explosiven Startzündung und einer anschließenden Magnetbeschleunigung im Lauf können beide Geschütztypen in schneller Abfolge automatisiert Geschosse abfeuern. Dieser gesamte Aufbau folgt einer komplexen Mechanik auf relativ kompakten Raum bei einem moderaten Energieaufwand. Das teils mechanische System ist zwar störanfällig und die Gesamtkonstruktion ebenso wie die Produktion der Spezialmunition sehr teuer, steht aber trotzdem in keinem Verhältnis zum enorm hohen Vernichtungsgrad, den die Waffe gegenüber Jägern und anderen Bedrohungen entwickelt.

Quelle